
Berliner Wahlen 2026 werden zur Baumwahl
Mehr als 60 Kandidierende geben bereits ein Baumversprechen ab – vier Fragen werden zum Glaubwürdigkeitstest
Berlin, 17. August 2026 – 61 Kandidatinnen und Kandidaten für Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlungen haben gegenüber dem BaumEntscheid e.V. ein Baumversprechen abgegeben. Damit erklären sie, ob sie sich für die verlässliche Finanzierung und Umsetzung des BäumePlus-Gesetzes, die Nachpflanzung fehlender Straßenbäume, ein Baumfällmoratorium und eine bessere Baumpflege einsetzen. Der BaumEntscheid veröffentlicht ihre Antworten heute erstmals auf einer interaktiven Karte.
Tobias Dierks, Vorstandsmitglied BaumEntscheid e.V.: „Bei dieser Wahl geht es auch um politische Glaubwürdigkeit: Wer eine lebenswerte Stadt verspricht, muss sich konsequent für ihre Bäume einsetzen. Unser Check zeigt, welche Parteien und Kandidierenden glaubwürdig für Stadtnatur und Klimaanpassung stehen und wer nur mit grünen Symbolen wirbt. Wer viermal JA sagt, steht klar an der Seite der Berliner Bäume. Jede Axt weckt dagegen Zweifel, ob diese Kandidierenden bereit sind, Verantwortung für Berlins Zukunft zu übernehmen – angesichts zunehmender Hitze, Dürre und Klimafolgen.”
Denn obwohl das BäumePlus-Gesetz, das Berliner Klimaanpassungsgesetz, parteiübergreifend und einstimmig beschlossen wurde, sind die bestehende Koalition und der Umweltsenat zentralen Bereichen, etwa bei der personellen Ausstattung oder verlässlichen Finanzierung, bislang ihren gesetzlichen Umsetzungspflichten nicht nachgekommen. Um für die nächste Legislaturperiode nochmals mit Nachdruck an die Dringlichkeit zu appellieren, bitten der BaumEntscheid und seine über hundert Ehrenamtlichen die Kandidierenden für Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlungen um ein Baumversprechen.
Auf vier einfache Fragen sollen diese bis zum 30. August 2026 mit Ja oder Nein antworten; die Antworten werden auf einer interaktive Karte dann mit bis zu vier Bäumen (“Ja”) oder Äxten (“Nein”) illustriert und veröffentlicht. Die Antworten können nach Parteien, Bezirken und Kandidierenden ausgewertet werden.
Bis heute, den 17.08.26, 10:00 Uhr, haben genau 61 Kandidierende aus Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, SPD, CDU und FDP, und der Tierschutzpartei ihre Stimme abgegeben. Bei der Mehrheit der Antworten symbolisieren erfreulicherweise Bäume eine Ja-Antwort. Die noch fehlenden Antworten lassen jedoch vermuten, dass noch längst nicht alle Politiker:innen Berlins die Bedeutung der Bäume für eine lebenswerte Stadt begriffen haben.
Mit der Beantwortung dieser Fragen verpflichten sich die Kandidierenden zu konkreten Maßnahmen statt allgemeiner Bekenntnisse. Tobias Dierks: “Das Baumversprechen ist mehr als ein bloßes Wahlversprechen: Die Kandidierenden bestätigen mit ihrer Unterschrift eine konkrete, öffentlich überprüfbare Verpflichtung für Berlins Bäume und Stadtgrün.”
Das Baumversprechen umfasst folgende vier Ja-Nein-Fragen:
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass im nächsten Koalitionsvertrag ausreichende Mittel für das Umsetzungsplanungsprojekt und für das BäumePlusGesetz verbindlich festgeschrieben werden?
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass gemäß beschlossenem BäumePlus-Gesetz jeder in den letzten 15 Jahren gefällte Straßenbaum (ca. 45.000) bis Ende 2027 nachgepflanzt wird, sofern keine zwingenden Gründe dagegen sprechen?
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Fällungen erhaltenswerter Bäume bei öffentlichen Vorhaben erst erfolgen, wenn eine unabhängige Prüfung bestätigt, dass alle baumschonenden Alternativen ausgeschöpft wurden und der Verlust unvermeidbar ist?
Werden Sie sich dafür einsetzen, die explizit ausgewiesenen Haushaltsmittel für die Baumpflege in der nächsten Legislaturperiode signifikant zu erhöhen?
Der BaumEntscheid e.V. ruft Berlinerinnen und Berliner dazu auf, ihre Direkt- und BVV-Kandidierenden oder Abgeordnetenhaus auf das Baumversprechen anzusprechen, ihnen den Fragebogen zu schicken oder in ihren Wahlkreisbüros oder deren Wahlveranstaltungen nach den vier JAs zu fragen. Alle eingehenden Antworten werden fortlaufend bis zum 30.08.2026 in die interaktive Bezirkskarte aufgenommen. Der BaumEntscheid wird nach der Wahl die aktive parteiübergreifende Zusammenarbeit mit Berlins politischen “Baumfreunden” suchen.
Kontakt:
BaumEntscheid e.V. – Pressestelle, Heinrich Strößenreuther, presse@baumentscheid.de, 0160-97442395
Quellen und weiterführende Links:
Mehr Informationen über den BaumEntscheid: https://www.baumentscheid.de
Baumversprechen-Übersicht, differenziert nach Parteien, Bezirken und Kandidierenden: https://baumentscheid-baumversprechen-berlin.lovable.app
Der Fragebogen zum “Baumversprechen” mit den vier Ja-/Nein-Fragen samt Erläuterungen dazu: https://b03711af-af19-4c36-afcf-38371a6d92bb.usrfiles.com/ugd/b03711_0d44ba3807b342fbbc6a5c2226f54cab.pdf
Kampagnenseite für das Baumversprechen auf der Homepage: https://www.baumentscheid.de/baumversprechen
Link zum am 21. November 2025 in Kraft getretenen Berliner Klimaanpassungsgesetz (BäumePlus-Gesetz): https://www.baumentscheid.de/klimaanpassungsgesetz
Link zum Newsletter des BaumEntscheid e.V.: https://www.baumentscheid.de/informiert-bleiben
Hinweis zu Spenden und Fördermitgliedschaften: https://www.baumentscheid.de/unterstuetzen
Mehr über die Initiative BaumEntscheid e.V.:
Der Volksentscheid Baum wurde 2023 von Heinrich Strößenreuther und Génica Schäfgen initiiert. Gemeinsam mit mehr als 150 Ehrenamtlichen und Fachleuten entwickelte der BaumEntscheid e.V. das BäumePlus-Gesetz und stieß damit den entscheidenden politischen Prozess für verbindliche Klimaanpassung an. Nach Verhandlungen mit CDU, SPD und Senat beschloss am 3. November 2025 das Abgeordnetenhaus das daraus entstandene Berliner Klimaanpassungsgesetz parteiübergreifend und einstimmig.
Am 21. November 2025 ist das Gesetz in Kraft getreten. Das Gesetz verpflichtet Berlin zu einer Million Straßenbäume bis 2040, 700.000 davon sind neu oder nachzupflanzen. Bis 2040 sollen in den 170 Hitzevierteln rund 4.000 Mini-Parks und 100 größere Grünflächen entstehen, Regenwasser lokal genutzt und die Temperaturen um bis zu zwei Grad mit mehr Stadtgrün gesenkt werden. Es enthält eine Pflicht zur Gesundpflege, eine Ersatzquote von 1:3 bei Fällungen und schreibt vor, Pflegeprozesse regelmäßig zu überprüfen. Damit werden Stadtnatur und „blau-grüne Infrastrukturen“ erstmals als Infrastrukturen gemäß Sondervermögen anerkannt – mit einem Finanzrahmen von 3,2 Milliarden Euro bis 2040. Mit dem Beschluss entfällt der ursprünglich für September 2026 geplante Volksentscheid. Das Gesetz trat ein Jahr früher in Kraft, sodass Pflanzung und Pflege bereits ab 2025 beginnen konnten.
Der BaumEntscheid begleitet die Umsetzung, stärkt die Bürgerbeteiligung beim Pflanzen und unterstützt andere Städte ( wie München,Stuttgart, Magdeburg und Karlsruhe / weitere Städte sind in Planung) das BäumePlus-Gesetz als Vorbild für eigene Klimaanpassung zu nutzen.
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Mehr auf https://baumentscheid-baumversprechen-berlin.lovable.app

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